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Das Weinjahr

Ein Jahr in sieben Abschnitten.

Wein entsteht nicht im Keller, sondern draußen. Hier ist, was zwischen Rebschnitt und erster Füllung passiert — und warum ein einziges Wochenende im Juni den ganzen Jahrgang prägen kann.

  1. Jänner bis März

    Rebschnitt

    Der stillste und zugleich folgenreichste Abschnitt. Was jetzt weggeschnitten wird, entscheidet über den Ertrag des ganzen Jahres. Ein Rebstock, an dem zu viel stehenbleibt, gibt später viel Menge und wenig Wein.

  2. April

    Austrieb

    Die ersten Blätter kommen — und mit ihnen die Anspannung. Ein später Frost kann in einer einzigen Nacht kosten, was in acht Wochen gewachsen ist.

  3. Juni

    Blüte

    Zwei Wochen, in denen das Wetter über die Menge entscheidet. Bleibt es trocken und warm, wird der Fruchtansatz gut. Regnet es, verrieselt ein Teil der Blüte.

  4. Juli bis August

    Laubarbeit

    Wir nehmen Trauben heraus, damit die verbleibenden mehr bekommen, und öffnen die Laubwand, damit Luft und Licht an die Beeren kommen. Das ist die Arbeit, die man später im Glas schmeckt.

  5. August

    Véraison

    Der Farbumschlag. Die blauen Sorten verfärben sich, die weißen werden weich und durchscheinend. Ab hier zählt jeder Sonnentag doppelt.

  6. September bis Oktober

    Handlese

    Alles per Hand, Zeile für Zeile. Die ganze Familie ist im Weingarten, dazu die Lesehelfer, die zum Teil seit Jahren wiederkommen. Faules Material bleibt liegen.

  7. November bis Dezember

    Der erste Wein

    Der Jungwein ist fertig und geht sofort in die Flasche. Danach wird es im Keller ruhig — und im Weingarten fängt der Rebschnitt wieder an.